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Augen

F. atmet leicht mit geschlossenen Augen, ohne Blockade in Brust, Zwerchfell und Bauch. Grundstimmung: Bereitschaft, sich den Körperempfindungen hinzugeben. Ich lasse F. stärker atmen. Nach wenigen, tiefen Atemzügen, beginnt er mit den Handinnenflächen über die Matte zu streichen. Seine Schulterpartie wird, während er mit den Händen weiter über die Matte streicht, breiter, voller. Ich berühre seinen Brustkorb, beginne ihn auf der Vorderseite kreisförmig zu massieren. Meine Hand bleibt leicht und ohne Druck. Er gibt Töne des Wohlbehagens von sich. Ich nehme mich zurück und schaue seinem Atmen und den Bewegungen von Händen, Armen und Schultern zu. Nach einer Weile bitte ich ihn, die Augen zu öffnen. Sofort beginnt ein Kampf. Er bemüht sich, meine Vorgabe zu erfüllen und die Augen zu öffnen. Vor Anstrengung grimassiert er dabei. Er kann die Augen jeweils kurz aufreissen, dann drückt, ja presst eine Gegenkraft sie wieder zu. Dieser Augen-Kampf geht einher mit einer Verkrampfung der Schultern, der Brust und der Hände. Becken, Bauch, Brust und Schultern bilden jetzt einen Block. In den Augen kämpft er weiter um eine Öffnung. Ich interveniere nicht, lasse ihn seinen Kampf kämpfen. Nach einer Weile steckt er fest. Jetzt beuge ich mich über ihn, packe mit beiden Händen kräftig seine Schultern und drücke ihn in die Matte. Sofort nimmt er mit den Schultern den Kampf gegen meine Hände auf. Mit heftigen Bewegungen wehrt er sich, will mich abschütteln. Unvermittelt reisst er die Augen weit auf und starrt mich an: blinde Wut, Hass, Verzweiflung, Angst wechseln in schneller Folge in seinem Blick, während er weiter kämpft. Seine Hände ballen sich zu Fäusten, öffnen sich, ballen sich von neuem. Er schlägt auf die Matte ein. Noch immer halte ich seine Schultern fest, lasse aber mit dem Druck sachte nach und gebe ihm so die Möglichkeit, sich in seinen Bewegungen freier zu fühlen. Plötzlich macht es „Plopp“. Wir schauen uns an. Ohne Filter. Ohne Barrieren. Zehn Sekunden? Fünfzehn? F. ist GANZ da: neugierig, hell, verschmitzt, lächelnd. Seine Augen strahlen in einem nie gesehenen Blau. Mit meinen Händen halte ich ihn nur noch ganz sanft bei den Schultern. Dann schliesst er die Augen. Ich nehme mich zurück und überlasse ihn seinen Körperempfindungen. Intensive Stille. Nach einer Weile dreht er mir den Kopf zu, öffnet die Augen, schaut mich an und sagt: So hab ich noch nie ein Gesicht gesehen. Es war, als hätte ich mich selber angeschaut. Ruhig und offen schauen wir uns an, bis er die Augen wieder schliesst.

Mattenarbeiten

Ich lasse R. verstärkt atmen, was er ohne sichtbare Anstrengung tut. Nach kurzer Zeit fängt sein Becken an, sachte zu wippen. Seine Füsse werden unruhig, er fängt an, mit den Fusssohlen auf der Matte zu reiben.

M.B.
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Sofort beginnt ein Kampf. Er bemüht sich, meine Vorgabe zu erfüllen und die Augen zu öffnen. Vor Anstrengung grimassiert er dabei. Er kann die Augen jeweils kurz aufreissen, dann drückt, ja presst eine Gegenkraft sie wieder zu.

M.B.
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Hör auf mit dem Scheissatmen! sagt eine Stimme in mir. Wozu atmen? Wozu dieses verdammte, anstrengende Atmen, das nirgendwohin führt? Diese sinnlose Anstrengung – hör auf damit!

M.B.
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Ich fühle ihr Sterben: Nur wenige Atemzüge noch, ganz ohne Anstrengung. Ein langsames, sachtes Weggleiten. Ruhe breitet sich in mir aus. Keine Angst. Keine Verzweiflung.

M.B.
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