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Hände

R. legt sich auf die Matte. Seine Atemzüge sind leicht und frei, Bauch und Brust offen. Die Augen geschlossen. Was mag auf mich zukommen, fragt sein Gesicht. Es zeigt den Ausdruck erwartungsvoller Offenheit.

Ich lasse R. verstärkt atmen, was er ohne sichtbare Anstrengung tut. Nach kurzer Zeit fängt sein Becken an, sachte zu wippen. Seine Füsse werden unruhig, er fängt an, mit den Fusssohlen auf der Matte zu reiben. Immer noch wippt sein Becken. Ich streiche mehrmals mit der Hand leicht über seine Brust. Er grimassiert und gibt Töne des Wohlbehagens von sich. Sein ganzer Körper hat jetzt die Wipp-Bewegung des Beckens aufgenommen und schwingt mit. Ausser den Armen und Händen. Sie liegen irgendwie unbeteiligt neben seinem wippenden Körper auf der Matte.

Ich streiche von den Händen ausgehend zweimal leicht über beide Hände und Arme Richtung Schultern. Dann weise ich ihn an, mit beiden Handflächen Streichbewegungen auf der Mattenoberfläche zu machen. Zaghaft beginnt er damit, bricht jedoch gleich wieder ab. Ich fordere ihn auf, mit den Streichbewegungen weiterzufahren und seine Handinnenflächen zu spüren. Das tut er nach anfänglichem Zögern dann immer intensiver. Noch immer wippt sein Körper vom Becken aus, das Gesicht grimassiert weiter.

Da entsteht im Schulter-Brustsegment eine Bewegung: Die Arme greifen aus, die Hände lösen sich von der Matte, mit den Fingern führt R. Reibbewegungen in den Handflächen aus. Plötzlich eine Versteifung im Becken. Gleichzeitig ballen sich die Hände zu Fäusten. Ein Ausdruck aus früheren Mattensitzungen, der jeweils zu Wutausbrüchen geführt hat. Ich berühre R. leicht an den Schultern, dort, wo die Arme ansetzen. Die Versteifung im Becken löst sich, auch die Hände öffnen sich wieder. Von neuem reibt er seine Handflächen, abwechslungsweise ganz zart, aber auch kräftig und druckvoll. Das Gesicht hört mit dem Grimassieren auf. R. beginnt nach Innen zu schauen.

Das Wippen des Körpers, das Reiben der Handinnenflächen und die Armbewegungen aus dem Schulter-Brustbereich finden sich zu einem stimmigen Bewegungsausdruck. R’s. Gesicht wirkt leicht, hell, nach Innen schauend, horchend.

Langsam ebbt das Wippen ab. Die Arme verharren leicht angewinkelt in der Höhe über R.s Körper. Übrig bleiben am Schluss die Bewegungen seiner Finger. Immer wieder berührt er mit den Daumen die Spitzen der anderen Finger oder reibt mit allen Fingern zugleich die Innenflächen der Hände. Nach einer Weile hören auch diese Bewegungen auf. R.s Hände bleiben geöffnet. Dann legt er sie auf die Matte. Eine intensive, dichte Stille breitet sich aus. R.s Gesicht bleibt hell, nach Innen schauend, horchend.

„Schau mal, ob es in dir einen Ort gibt, mit dem sich das Fühlen deiner Hände verbindet.“ Nach einer Weile nickt er und lächelt. Er öffnet die Augen, sieht mich an und sagt: „Ich habe kein Wort dafür.“ In R.s Schauen ist der Fluss seiner Hände sichtbar. Wir schauen uns offen an, bis R. die Augen wieder schliesst. Ich bleibe in der Stille neben der Matte sitzen und warte, bis R. sich aufsetzt.

Mattenarbeiten

Ich lasse R. verstärkt atmen, was er ohne sichtbare Anstrengung tut. Nach kurzer Zeit fängt sein Becken an, sachte zu wippen. Seine Füsse werden unruhig, er fängt an, mit den Fusssohlen auf der Matte zu reiben.

M.B.
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Hör auf mit dem Scheissatmen! sagt eine Stimme in mir. Wozu atmen? Wozu dieses verdammte, anstrengende Atmen, das nirgendwohin führt? Diese sinnlose Anstrengung – hör auf damit!

M.B.
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Ich fühle ihr Sterben: Nur wenige Atemzüge noch, ganz ohne Anstrengung. Ein langsames, sachtes Weggleiten. Ruhe breitet sich in mir aus. Keine Angst. Keine Verzweiflung.

M.B.
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Sofort beginnt ein Kampf. Er bemüht sich, meine Vorgabe zu erfüllen und die Augen zu öffnen. Vor Anstrengung grimassiert er dabei. Er kann die Augen jeweils kurz aufreissen, dann drückt, ja presst eine Gegenkraft sie wieder zu.

M.B.
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